Rückblick: Agile Bodensee 2013

Die Agile Bodensee 2013 fand am 25. und 26. September 2013 in Konstanz unter dem Motto “Starting Agile!” statt.
Hier finden Sie die Zusammenfassung der Vorträge – teilweise mit Video-Mitschnitten.

Scaled Agile Framework – Thorsten Janning

Unter dem etwas langen Titel “Nur nicht das Gleichgewicht verlieren: Theorie und Praxis bei der Skalierung agiler Verfahren mithilfe des Scaled Agile Frameworks und darüber hinaus” stellte Dr. Thorsten Janning das besagte Framework vor, das nicht nur den Development-Prozess betrachtet, sondern viel mehr das gesamte Unternehmen, das agil arbeiten soll.

Dr. Thorsten Janning: SAFe - Agile Bodensee 2013 Dr. Thorsten Janning stellt SAFe vor

Live-Mitschnitt

Scrum und Kanban haben die Arbeit vieler Entwicklungsteams wesentlich effektiver gemacht. Nun steht bei den größeren Entwicklungsorganisationen der Schritt an, Agilität nicht nur auf die gesamte Organisation auszurollen, sondern auch die wesentlichen Hindernisse zu beseitigen, die es in großer Zahl in vielen Prozessen vom Portfoliomanagement über das Release- zum Qualitätsmanagement gibt, die in der zugrunde liegenden Software Architektur lauern oder sich in den „weichen“ Disziplinen wie Kultur, HR-Belangen und Organisation verbergen. Der Vortrag geht vom Big Picture das Scaled Agile Framework (SAFe) und seinen Best Practices aus und berichtet, wie bei der Anwendung des Framework in mehreren Softwarehäusern und Entwicklungsbereichen für Versicherungen und Banken sowie Anwendungsbereichen wie Energie und Gesundheitswesen die „weißen Flecken“ des Framework inzwischen mit praktischen Erfahrungen gefüllt worden sind. Und die (teilweise schmerzhaften) Erfahrungen beweisen: Nur wenn ich Prozesse, Organisation, Praktiken, Architektur und Kultur einigermaßen ausgewogen zu einem Zielbild von Agilität und Lean entwickele, verliere ich nicht das Gleichgewicht auf diesem schmalen Grad der Organisationsentwicklung. Den Abschluss des Vortrags bildet eine vielleicht überraschende, aber schlüssige Vision bzgl. der Softwareentwicklung der nächsten 10 Jahre …

Thorsten Janning

Dr. Thorsten Janning ist Dipl. Mathematiker und seit 1990 in der IT-Branche tätig. Sein beruflicher Werdegang führte ihn als Architekt und Projektleiter über Beratungs- und Anwenderunternehmen sowie eine Hochschulprofessur ins Beratungs- und Trainingsgeschäft. Als Mitbegründer ist er Partner und Vorstand der KEGON AG, einem IT-Beratungshaus mit […]

13. Nov 13|

Leichtgewichtige Unternehmensarchitekturen mit TOGAF, Stefan Toth

Stefan Toth:Leichtgewichtige Unternehmensarchitekturen mit TOGAF - Agile Bodensee 2013 Stefan Toth: Leichtgewichtige Unternehmensarchitekturen mit TOGAF Stefan Toth ist spontan für den erkrankten Werner Lieblang eingesprungen und hat der interessierten Commuity das Architektuframework TOGAF der Open Group vorgestellt.

TOGAF, das Architekturframework der Open Group, ist ein auf den ersten Blick schwergewichtiges Werkzeug mit großer Flughöhe. In dieser Session zeige ich, was dahinter steckt und wie Sie die enthaltenen Ideen leichtgewichtig für ihr Unternehmen nutzen können. Iterative, priorisierte Arbeit mit stetiger Umsetzung und Erfolgskontrolle sind mit wenigen Anpassungen effektiv möglich. Nebenbei illustriere ich, wie TOGAF im Kern funktioniert und identifiziere die essenziellen Konzepte am konkreten, überschaubaren Anwendungsbeispiel und ohne Buzzword-Bingo.

Slides

Stefan Toth

Stefan Toth arbeitet als Software-Architekt, Berater und Trainer bei oose. Seine Schwerpunkte liegen in der Konzeption und der Bewertung mittlerer bis großer Softwarelösungen, sowie der Verbindung dieser Themen zu agilen Vorgehen. Er ist Autor zahlreicher Artikel und des Buchs “Vorgehensmuster für Softwarearchitektur – Kombinierbare Praktiken in Zeiten von Agil und Lean” (Hanser 2013).

23. Okt 13|

Risikogetriebene Softwarearchitektur, Stefan Toth

Stefan Toth: Risikogetriebene Softwarearchitektur - Agile Bodensee 2013 Stefan Toth: Risikogetriebene Softwarearchitektur Stefan Toth, Stoftware-Architekt, stellte in seinem Vortrag ein Vorgehen  in Bezug auf die Softwarearchitektur in agilen Projekten vor. Agile heißt nicht, dass es keine Architektur gibt. Im Gegenteil, es erfordert eine tragfähige Architektur, die auch angepasst werden kann.

Am Ende seines Vortrages stellte Stefan Toth auch seine “29 Bausteine von Architekturarbeit” (siehe Slides) vor, die helfen eine risikogetriebene Softwarearchitektur umzusetzen.

Stefan Toth schreibt derzeit zu diesem Thema ein Buch.

Slides

Softwarearchitektur nimmt wenig Raum ein in Beschreibungen von agilen Praktiken und Vorgehensmodellen. Starten Sie mit den ersten agilen Projekten stellen sich schnell Fragen: Wann arbeiten wir an der Softwarearchitektur? Wer macht das? Wieviel Aufwand ist für Softwarearchitektur gerechtfertigt? Tatsächlich kann die Antwort variieren, sicher ist aber, dass sich Architekturarbeit ändern muss. Der Schlüssel liegt in der Erkennung von Softwarearchitektur als risikogetriebene Disziplin. Diese Session zeigt auf welche Risiken Sie achten müssen, wie Risiken fokussieren und was das für die Entwicklung bedeutet.

Stefan Toth

Stefan Toth arbeitet als Software-Architekt, Berater und Trainer bei oose. Seine Schwerpunkte liegen in der Konzeption und der Bewertung mittlerer bis großer Softwarelösungen, sowie der Verbindung dieser Themen zu agilen Vorgehen. Er ist Autor zahlreicher Artikel und des Buchs “Vorgehensmuster für Softwarearchitektur – Kombinierbare Praktiken in Zeiten von Agil und Lean” (Hanser 2013).

23. Okt 13|

Agile Leadership – Wie verändert sich Führung?- Maik Pfingsten

Agile Leadership: Maik-Pfingsten - Agile Bodensee 2013 Agile Leadership: Maik-Pfingsten Maik Pfingsten hat auf der Agile Bodensee gezeigt, wie sich in einem Agilen Unternehmen die Führung verändern muss, um tatsächlich eine agile Arbeitsumgebung zu schaffen. Als System Engineer hat er da auch – wie er sich selbst bezeichnete – als Exot aus der Automobil-Entwicklung ein Blick in die unternehmen gewagt und festgestellt, dass die IT vielleicht ein Stück voraus ist, was Agile Leadership angeht, doch das Zusammenspiel aller Bereiche notwendig ist.

Live-Mitschnitt

Warum steuern wir noch mit historischen Führungsmodellen? Wie verändert sich Führung in agilen Projekten? Worauf müssen wir uns einstellen?

Slides

Führung verändert sich in den letzten Jahren dramatisch. Entwicklungsprojekte werden zunehmend komplexer und internationaler – klassische Führungsmodelle funktionieren nicht mehr. Gerade in Projekten die aus der klassischen in die agile Welt wechseln ist der Konflikt deutlich zu spüren. In meinem Vortrag gehe ich auf die Ursachen ein und zeige auf, wie sich Führung verändern muss, um auf die Herausforderung des 21sten Jahrhunderts Antworten zu geben.

Maik Pfingsten

Maik Pfingsten ist Author, Speaker, Mentor und Podcaster im Systems Engineering. Seit mehreren Jahren gibt er mit viel Spaß seine Erfahrung als Troubleshooter in der Automobilentwicklung weiter. Mit einem Augenzwinkern nennt seine heutige Rolle „Systems Engineering Evangelist“. Ihm geht es darum, das große Bild zu betrachten, Zusammenhänge im Systems Engineering zu zeigen und Menschen mit viel Humor zu inspirieren. Aus der Praxis für die Praxis.

22. Okt 13|

Agilität vom Team in das Unternehmen bringen – Alexander Kempkens

Agilität vom Team in das Unternehmen bringen - warum hüpft der Frosch ständig in die falsche Richtung Agilität vom Team in das Unternehmen bringen – Alex Kempkens Alex Kempkens von HolidayCheck hat einige Punkte aus der Praxis aus seiner Tätigkeit als Scrum Coach mitgebracht, um anhand dessen zu zeigen, wie man aus einem Team heraus das ganze Unternehmen auf agilen Kurs bringen kann:

Die allgemein bekannte Einführung von agilen Methoden wie Scrum beschreibt diese immer im Zusammenhang mit einem Team. Es wird auch darüber gesprochen, dass mehrere Teams zusammen arbeiten können und dabei “bottom up” Agilität in das Unternehmen bringen können. Natürlich können die Teams alles “umkrempeln”, wenn sie nur agil genug werden.

Aber warum funktioniert das in der Realität nicht? Warum müssen wir besonders in unserem Europäischen Kulturraum klassische Change Prozesse verwenden, um Linienmanager von den positiven Effekten der Agilität zu überzeugen? Warum fällt es verschiedenen Eben so schwer Verantwortung abzugeben und anzunehmen?

Im Talk möchte ich ein paar Punkte herausnehmen und gemeinsam mit den Teilnehmern diskutieren. Die Erfahrungen aus einem der großen Internet-Unternehmen in der Region können Anregungen für Lösungen geben. Da es nicht die eine Lösung für jeden gibt, liegt mein Ziel darin, mit den Teilnehmern gemeinsam Ihre vielen Lösungen zu finden – jeder für sich, oder in der Gruppe – wir werden sehen.

Am Ende der 45 Minuten sollen Sie eine Vorstellung über die möglichen Schritte haben, die für Ihr Unternehmen kommen können. Sie werden verstehen, warum die Richtung, in die manche sich entwickeln, vielleicht nur scheinbar die “falsche” ist und wie Sie einen positiven Einfluss darauf nehmen können.

Live-Mitschnitt

Slides

22. Okt 13|

NoEstimates – Vasco Duarte

Vasco Duarte: #Noestimates - Agile Bodensee 2013 Vasco Duarte: NoEstimates Vasco Duarte, Verfechter der NoEstimates-Bewegung, zeigte anhand von seinen Messungen an realen Projekten, dass das Schätzen von Projekten nichts bringt und meist kontraproduktiv sei. Er gehört damit zu einen der kontroversesten Vordenker, dessen Ansichten noch lange diskutiert wurden:

Since 1968 – the year of the Garmisch conference that originated the “software crisis” word – our industry has been struggling with predictability and estimation. We all know of the horror stories of software project run amok with unbelievable cost and time overruns.
Can we do it better? Can we estimate better software projects?
In this talk we will review some of the advances in software estimation by such luminaries as Barry Boehm, Caper Jones, Steve McConnel and others and present a different way to look at software projects and estimation specifically.
We’ll review data from several projects to present an approach that can deliver 4% deviations in schedules and can deliver projects predictably. But there is a catch, we will be looking at something totally different.

Live-Mitschnitt

Slides

Ángel Medinilla hat den Vortrag in einen tollen Sketch zusammengefasst:

learningtosketch : #abkon – @duarte_vasco talk on #NoEstimates (he showed Medinilla’s principle on project unfairness, but not by that name :P)

Vasco Duarte

Currently an Agile Project Coach at Avira, […]

18. Okt 13|

Agile UX – Thomas van Aken

Thomas van Aken: Agile UX Thomas van Aken: Agile UX Thomas van Aken zeigte anhand eines Projektbeispieles, wie UX und agile Entwicklung zusammen kommen, welche Probleme es dabei gibt und wie diese gelöst werden können:

Die Bereiche User Experience Design und Agile stellen einen großen Mehrwert für die Softwareproduktion dar. Die Kombination aus beiden birgt ein Potential, das – einmal gehoben – Unternehmen einen echten Wettbewerbsvorteil bringen kann. Agile UX ist dabei der Ansatz, diese beiden Bereiche nicht nur im Rahmen von klar definierten Prozessen zu einer Zweckehe zusammen zu bringen, sondern in eng zusammenarbeitenden, cross-funktionalen Teams und mit viel Spaß effizient gute Produkte zu bauen. Der Vortrag zeigt auf, worin genau die Vorteile eines gemeinsamen Ansatzes von Agile und UX liegen aber auch welche Hürden es zu überwinden gilt.

Live-Mitschnitt

Slides

Thomas van Aken

Thomas van Aken ist seit mehr als 10 Jahren in der Softwareentwicklung unterwegs. Dabei hat er unter anderem als Entwickler, Produkt-, Projekt- und Program-Manager die verschiedensten Aufgabenfelder bearbeitet. Seit 2008 wendet Thomas agile Methoden an – von Anfang an auch in Zusammenarbeit mit Designern und Konzeptern. Seit 2012 begleitet er als Agile Coach bei der Sybit GmbH Teams in Kundenprojekten und gibt Schulungen zu den Themen Scrum, Kanban, agiles Anforderungsmanagement sowie Agile UX.

17. Okt 13|

Agiler Relaunch beim SRF – Sonja Wunsch

Sonja Wunsch: Relaunch des Multimedia-Angebots beim SRF - Agile Bodensee 2013 Sonja Wunsch: Relaunch des Multimedia-Angebots beim SRF “Mit Scrum zum «Master of Swiss Web»: Relaunch der Multimedia-Angebote von SRF”, unter dieser Headline berichtete Sonja Wunsch vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) aus der Praxis, wie der der größte Relaunch des Unternehmens mittels Scrum erfolgreich agil durchgeführt wurde. Im Fokus des Relaunches stand die Konvergenz aus Radio und Fernsehen und daraus resultierend das Zusammenführen der Webseiten sf.tv und drs.ch in einen Auftritt srf.ch mit neuem Inhaltskonzept und Backend.
Dabei lernte das Team um Sonja Wunsch, dass Scrum nicht alle Probleme löst, sondern es macht vielmehr Fehler, Versäumnisse und Schwierigkeiten schonungslos nach jedem Sprint sichtbar.

Master of Swiss Web

Im März 2013 erhielt der SRF den “Master of Swiss Web” von Jury, Netzwoche-Lesern und Abstimmung in der Award-Nacht. Ein Auszug aus der Jury-Begründung:

“Auf srf.ch wird das gesamte Angebot von Radio und Fernsehen auf attraktive Art und Weise multimedial präsentiert. Zudem wird Interaktivität groß geschrieben – etwa mit attraktivem Social View. Die Navigation durch das enorme Angebot gestaltet sich einfach und intuitiv. Auch technisch überzeugt srf.ch auf der ganzen Linie.”

15. Okt 13|